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Web Usability / User Experience Evaluierung

11.05.2020 - Verfasst von Jean-Philippe Schnirch

Es gibt verschiedene Evaluierungsmöglichkeiten, um herauszufinden wie Nutzerfreundlich die eigene Webseite ist. Aus Profisicht ist es natürlich die Expertenevaluierung als erste mögliche Methode zu wählen. Der grundlegende Unterschied zwischen Experten und Laien ist, dass der Experte die Analyse aus der Sicht des Nutzers auf strategische Weise und auf Grundlage definierter Kriterien durchführt. Das hat den großen Vorteil, dass wir den Entwicklungs- und Planungsprozess der Webseite perfekt an die Zielgruppe und deren Bedürfnisse ausrichten können. Und da kommen wir auch schon zu einer weiteren Evaluierungsmethode: Der nutzerbasierten Evaluierung. Hierbei sucht man sich willkürliche Personen, idealerweise aus seiner Zielgruppe und lässt diese eine ausgedachte Aufgabe auf (s)einer Webseite lösen. Zu dem reinen Beobachten von Körpersprache, Verweildauer mit der Maus oder Eye-Tracking über Software, bittet man die Probanden laut zu denken und live alles zu beschreiben was sie sehen und dazu denken. Das sind sehr wertvolle Informationen, um anhand dieser die Usability anzupassen und automatisch die User Experience zu steigern.

Wie muss der Content (Text, Bilder, Grafiken, Videos) gestaltet sein?

Inhalte sind ein wichtiger Unterscheidungs- und Identifikationsfaktor der Angebote im Netz und bilden damit ein mögliches Alleinstellungsmerkmal. Dabei kommt es jedoch nicht auf die Menge des Inhalts an, sondern vor allem auf Qualität der Präsenz und (inhaltlichen) Aussage.

 

Benutzerfreundlicher Content besteht aus gut strukturierten und sinnvoll eingebundenen, direkt zugänglichen, professionell aufbereiteten, ansprechenden Inhalten, die zielgruppengerecht und verständlich verfasst sind.

 

Content-Usability basiert auf vier Säulen: Deutlichkeit, Angemessenheit, Sprachrichtigkeit und Stil. Bei Texten, Bildern, Grafiken und Videos stehen dabei jeweils folgende Anforderungen im Fokus:

 

Text:

  • Lesbarkeit, Verständlich (Schriftgröße, -art, Kontraste), semantische Erfassbarkeit

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  • Angemessenheit, Stil, Sprachrichtigkeit, Deutlichkeit, Hervorhebungen, Absätze, Headlines

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  • Übersichtlicher Textaufbau, aussagekräftige Headlines, Verständlichkeit der Inhalte

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  • Psychologische/soziologische Kriterien (Zielgruppenansprache, Tonalität)

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  • Informationsmenge

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  • korrekte Orthografie und Grammatik

Bilder:  inhaltlicher Bezug zum Thema, angemessene Auflösung/ Qualität, nachvollziehbare Einbettung

 

Grafiken: Gute Lesbarkeit, aussagekräftig, inhaltlicher Bezug zum Text, inkl. Beschreibung

 

Videos:  nur für den Einsatz optimierte Videos (komprimiert), inhaltlicher Bezug, Mehrwert zum Text (keine PowerPoint Präsentation, die nur den Text auf andere Weise wiedergibt)

Welche Rolle spielen Konventionen (z.B. zur Positionierung verschiedener Elemente wie dem Logo, der Suchleiste etc.)?

Es ist wichtig, dass sich der User schnell auf der Seite zurechtfindet. Damit dies gewährleistet ist und seine Erwartungen erfüllt werden, muss bei der Erstellung des Web-Auftrittes auf sogenannte Konventionen geachtet werden. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde in Studien untersucht, wo Benutzer bestimmte Seitenelemente erwarten und somit die mehrheitlichen Nutzererwartungen ermittelt.

 

Darunter fällt zum Beispiel, dass die Navigationsleiste sich meistens linksseitig befindet und auch dort erwartet wird. Oder, dass die Suchleiste sich oben rechts oder im Header befindet.

 

Somit stellen Konventionen nicht außer Acht zu lassende Anforderungen an die Navigation auf der Seite und bilden damit einen wesentlichen Erfolgsfaktor der Web Usability.

Welche Rolle spielen Konventionen (z.B. zur Positionierung verschiedener Elemente wie dem Logo, der Suchleiste etc.)?

  • informative Überschriften oder Verlinkungen, da Nutzer sich oftmals daran orientieren

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  • zielgruppengerechte Ansprache

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  • auf hedonische Qualität des Textes achten (ansprechend, originell, wertvoll)

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  • Konventionen einhalten (vgl. Frage 2)

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  • strategische Content-Analysen durchführen, Usability Tests

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  • auf die Aktualität der Beiträge achten und regelmäßig überprüfen

Im Wesentlichen gilt es darum Inhalt, Form und Funktion als Einheit abzubilden.

 

Nice to know: Deutschlandweit gibt es seit einigen Jahren das Veranstaltungsformat des „Usability Testessens“. Dabei treffen bei einem ausrichtenden Gastgeber, Projekte/ Produkte und TesterInnen aufeinander. An dem Abend werden in 6 Testrunden à 12 Minuten (und einer größeren Pause) Apps, Webseiten oder andere Produkte vor den Augen der Entwickler/ Gründer auf eine Fragestellung hin getestet. So erhält man eine Bandbreite hilfreicher Feedbacks und kann sein Projekt hinsichtlich der Usability zielführend optimieren.

 

Beim nächsten Beitrag schauen wir uns einmal das Thema Mobile Marketing genauer an, wie wichtig das Mobile Surfen heutzutage wirklich ist und was das für Konsequenzen hat.

 

Habt Ihr Erfahrungen mit Web Usability Tests und konntet erfolgreich Anpassungen an der Webseite vornehmen? Haben wir etwas vergessen was eurer Meinung nach wichtig ist? Wir ergänzen es gerne und beziehen euch gerne in die Beiträge mit ein!

 

Hochachtungsvoll,

 

Jean-Philippe Schnirch

 

- Realline -

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